Langdistanz-SM: Wenn Engeli und Tüfeli miteinander streiten
2014/08/25 Für mich ist das Schwierigste bei einer Langdistanz - neben den Routenwahlen - die lange Zeit, während der ich mich mit mir alleine befassen muss. Mein Wettkampf-Hirn hat eben die Neigung dazu, mich immer wieder mit blöden Gedanken vom OL machen abzulenken. Ich kann zum Beispiel einen steilen Hang hochkeuchen, schon völlig im roten Bereich sein und doch schickt das Tüüfeli in meinem Kopf Sätze los wie: „Die anderen rennen da sicher schneller hoch!“ oder „Ha, das hast du jetzt davon, deine Routenwahl war halt doch nicht das Wahre“. Wenn Tüüfelis Gegnerspieler gerade einen schwachen Tag einzieht, kann ich mich schon mal dazu verleiten lassen, über das Limit zu pushen und dafür oben mit einem saftigen Fehler zu büssen. Gestern kämpfte das Engeli im Kopf aber tapfer gegen das freche Tüüfeli und verschaffte sich immer wieder Gehör. Das war allerdings auch nötig.
Die Langdistanz -Schweizermeisterschaft auf dem Klausenpass und Gemsfairen bot wahrlich eine würdige Meisterschafts-Bahn. Ich war auf jeden Fall voll gefordert und wenn ich nicht gerade feinste Kartenarbeit zeigen musste, versuchte ich das Tempo hochzuhalten. Die letzten zwanzig Minuten wurden dann dementsprechend ziemlich happig. In einem Felssturzgebiet ist es übrigens nicht die beste Lösung einfach in den Postenraum zu laufen und zu hoffen, dass man den Posten dann schon sehen würde. Das wäre dann eben eher ein Vorschlag vom kleinen Tüüfeli…
Auch wenn ich technisch keine perfekte Leistung zeigen konnte, war ich doch zufrieden mit meinem Lauf und besonders mit dem Resultat: Silber hinter Simone und vor Sara! Ich bin schon einwenig stolz, dass ich gestern bereits die dritte Medaille an einer Langdistanz-SM in Folge gewinnen konnte.
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